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Meldungen und Berichte

... aus dem Segler-Verband Nordrhein-Westfalen e.V.

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Fotos: Enno Klapper

SVNRW - Ein Verband ist Dienstleister

Am 28.03. 2009 fand der Verbandstag des Seglerverbandes Nordrhein Westfalen (SVNRW) in Duisburg statt. In den historischen Gemäuern der Duisburger Schifferbörse trafen sich über 70 Vereinsvertreter zum alljährlichen Verbandstag. Als Ehrengast konnte der Vorsitzende des SVNRW, Heinz Staudt, den Projektleiter der boot Düsseldorf, Goetz-Ulf Jungmichel begrüßen. Aber auch in den Reihen der Teilnehmer war zahlreiche Prominenz vertreten. Udo Optenhögel (Urgestein der deutschen Segelszene), Dr. Alexander Maucher (Urgestein der deutschen Surfszene), Hermann Hell (Chefredakteur SVG-Verlag) und Abdul Rahman Adib, als neuer Vorsitzender des Düsseldorfer Yachtclubs.

In seinem Jahresbericht wies der Vorsitzende Heinz Staudt auf die schwindenden Mitgliederzahlen hin, die im Wesentlichen bedingt sind durch die demoskopische Entwicklung und den infolge des Tennisbooms in den Achtzigern und damals nachlassenden Zustrom von Mitgliedern in den Segel-Vereinen. Dies wird Vereinen und Verbänden in den kommenden Jahren mehr und mehr zu schaffen machen und vor neue Entscheidungen stellen.
Er forderte die Mitglieder auf, die Anstrengungen im Hinblick auf neue Mitglieder, insbesondere im Bereich Jugend, aber auch durch Wiederaktivierung zwischenzeitig infolge beruflicher/familiärer Gründe Ausgestiegener zu verstärken.
Gleichzeitig gilt es, die Älteren in den Vereinen zu halten, was eine intensive Beschäftigung mit den Themen Gesundheitssport und Sport für Ältere erforderlich macht.
In diesem Zusammenhang stellte er die Wichtigkeit des Breitensports heraus.
Den Leistungssport betreffend wies er auf die Notwendigkeit von mehr Trainern hin, eine Forderung, die zwar in allen Nachbetrachtungen zu Peking eine herausragende Rolle spielte, aber in finanzieller Hinsicht (auf allen Ebenen) bisher keinesfalls gelöst ist.
Das Projekt Sailing Team Germany wurde von ihm ausführlich erläutert.
Im Zusammenhang mit dem LandesSportbund musste er u.A. auf die insgesamt erheblich gestiegene administrative Belastung hinweisen, die dazu geführt hat, dass der Vorstand in erheblichem Umfang in Form von home office Dinge erledigt, die normalerweise durch das (bei uns jedoch ohnehin überlastete) Sekretariat erledigt würden.
Die Information über die vom DSV (mit anderen Verbänden) erreichte Herabsetzung der Pachtgebühren für bundeseigene Gewässer auf 25% des Normalsatzes fand Beifall, insbesondere da dies auch Grundlage bei Diskussionen mit anderen Eignern sein kann.
Abschließend dankte er allen Ehrenamtlichen, Eltern und Sponsoren für ihr Engagement für den Segelsport und den Mitstreitern im Verband für ihren Einsatz, die Zusammenarbeit und Unterstützung.

Bei den Ehrungen mit der silbernen Ehrennadel, war eine Feststellung offensichtlich - auch Surfer kommen in die Jahre. Vier von fünf der silbernen Ehrennadel gingen an Sportler, die sich um den Surfsport verdient gemacht haben.
Im Einzelnen:
Wilfried Saemann, Turnverein Bruckhausen, seit den Neunzigern im Vorstand zweiter und seit mehr als 8 Jahren als erster Vorsitzender tätig. Er hat zusammen mit seinem Team alle großen Surf-Regatten an den früher eher unbekannten Tenderingssee geholt.
Thomas Michaelis, Surfabteilung der Ruder- und Tennisgemeinschaft Wesel. In der Klassenvereinigung ist er seit langem für die Raceboarder zuständig und zusätzlich Mitglied im Technical Committee der RS:X Klassenvereinigung.
Peter Kump, Surfclub Warendorf, der nach wie vor aktiv surft, hat den Windsurfing-Club Warendorf mit aufgebaut und ist dort als seit über 20 Jahren als Jugendwart tätig. In der Klassenvereinigung kümmert er sich um die olympische Klasse.
Dr. Alexander Maucher, Rheinische Windsurfing Gemeinschaft, ist das Urgestein des Surfens in Deutschland. Er war der Motor dieser Bewegung über viele Jahre. 1976 initiierte er die Gründung der RWGS, deren Vorsitzender er bis 1983 und ab 1993 war/ist. Er war Mitinitiator der DSV-Grundgesetzänderung, durch die im DSV-Präsidium die Position des Surfobmann geschaffen wurde. 1981 wurde er zum erster Surfobmann im DSV-Präsidium gewählt. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass der deutsche Windglider 1980 olympisches Surfbrett wurde und nach seinen Worten nicht ohne die Unterstützung von Heinz Staudt. Alexander Maucher ist der Mann, dem das Tandem (fast) alles bedeutet, der es immer noch mit Begeisterung zu Siegen surft und der es auf sich genommen hat, den Neubau von Tandem-Brettern zu initiieren und auf den Weg zu bringen.
Herbert Rösen, Yachtclub Sorpesee Herbert Rösen kann mit Stolz auf ein langes und erfolgreiches Seglerleben zurückblicken. In seiner 50 jährigen Mitgliedschaft im Yachtclub Sorpesee YCS gab es viele Höhepunkte bei Regatten und im Vereinsleben. Er war und ist in vielen Bootsklassen zu Hause. Von der O-Jolle über die Hansa-Jolle zur Sprinta 70 mit der er noch heute, mit seine Frau, über die Sorpe segelt. Dafür und seine 50 jährige Treue zum YCS von 1959 bis 2009 wurde ihm die goldene Ehrennadel des YCS verliehen und eine Ehrenurkunde des DSV überreicht.
Die Landesjugendobfrau Mona Küppers konnte nunmehr zum vierten Mal die Jugendabteilung des Jahres küren. In ihrer Laudatio, die sie mit dem Zitat: "Der Mangel an Erfahrung veranlasst die Jugend zu Leistungen, die ein erfahrener Mensch niemals vollbringen würde." (Jean Duché, *1916, frz. Publizist) begann, konnte sie mit stolzen Zahlen aufweisen. Für die Jugendabteilung des Jahres haben sich 12 Vereinsjugenden beworben. Das ist zwar bei einer Anzahl von über 200 Vereine, in denen es eine Jugendabteilung gibt zu wenig, aber nichts desto trotz waren die eingereichten Unterlagen beeindruckend. Der LJSA hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht!
In diesem Jahr geht die Auszeichnung für die "Jugendabteilung des Jahres 2008" an: Segel Club Ville – Herzlichen Glückwunsch!
Den Kassenbericht 2008 legte der Schatzmeister Heinz Schneider mit Fakten, Offenheit, Transparenz des Haushaltes und viel "Leiden-Schaft" vor. So wurde keine negative Nachricht ausgelassen. Vom Mitgliederschwund, der massive Einnahmeverluste mit sich bringt, über die Einsparungen im Bereich Leistungssport, Grenzen der Finanzierbarkeit bis hin zur möglichen Beitragserhöhung im nächsten Jahr.
Nach einer guten und lebhaften Diskussion und Vorschlägen aus den Reihen der Mitglieder über Mitgliederwerbung auf der "boot" in Düsseldorf, Streichung öffentlicher Mittel, Einsparungen im Bereich von Turnhallenmieten, verstärkten E-Mail-Versand anstelle von kostenträchtigen Papier-Mailings, wurde nach dem Bericht der Kassenprüfer durch Herrn Thiele, vertretungsweise für Herrn Winter, die Jahresrechnung 2008 von den Delegierten mit 501 Ja-Stimmen und 19 Enthaltungen genehmigt und der Vorstand einstimmig entlastet.
In der Pause hatten Crewmitglieder der "Alexander von Humboldt" nicht nur die Gelegenheit, das neue Projekt der "Alexander von Humboldt II" sondern auch das brandneue Buch über die Historie des Schiffes vorzustellen.
Leider konnte für den Vorstandsbereich Umwelt- und Naturschutz kein Nachfolger für Herrn Schneider gefunden werden, so dass er dieses Amt weiterhin kommissarisch besetzen wird.
Traditionell nahm die Genehmigung des Haushaltsplanes 2009 einen breiten Raum an diesem Verbandstag ein. Zu fast allen Budgetpositionen gab es Fragen seitens der Delegierten und Antworten aus allen Ressorts. Der Haushaltsplan wird von den Delegierten wie vorgelegt mit 3 Enthaltungen genehmigt.
Es war ein Verbandstag, der gezeigt hat, dass der SVNRW nicht mehr als Verband im eigentlichen Sinne zu sehen ist, sondern als einer, der mit allen verfügbaren Mitteln für seine Mitglieder bereit ist – eben ein Dienstleister

21.04.09/Enno Klapper